Diabetes mellitus, oder auch bekannt als sogenannte Zuckerkrankheit, wurde im 16. Jahrhundert noch durch einen süßlichen Geschmack im Urin diagnostiziert. Heute gibt es hierfür spezielle Testverfahren, um den Diabetes Typ 1 oder Typ 2 und Sonderformen festzustellen. Genauer betrachtet handelt es sich hierbei um eine Stoffwechselkrankheit, die inzwischen zu den typischen Volkskrankheiten der westlichen Welt gehört. Der Grund für die Erkrankung ist nicht selten in unserer ungesunden Lebensweise zu finden. Wer Diabetes hat, der sucht oft nach alternativen Lösungen – aber kann CBD Öl und natürliche Maßnahmen bei Diabetes wirklich unterstützen?

Das Krankheitsbild Diabetes

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, welche durch Hyperglykämie (ugs. Überzucker) gekennzeichnet ist und mit einer krankhaft vermehrten Menge an Glukose im Blut einhergeht. Mehrere Prozesse sind an der Entstehung von Diabetes beteiligt. Die Folgen hängen von Ausmaß und Zeitdauer des erhöhten Zuckerspiegels im Blut ab. Ist die Krankheit chronisch manifestiert wirkt sich dies negativ auf die Körperorgane, insbesondere der Augen, Nieren, Nerven, des Herzens, Gehirns sowie der Blutgefäße aus.

Diabetes ist mit einem Problem in der Bauchspeicheldrüse des Menschen verbunden. Dort wird nämlich das körpereigene Insulin gebildet, ein Stoff, welcher für die Aufnahme von Zucker (Glukose) verantwortlich ist. Nimmt der Mensch also Zucker auf, so produziert die Bauchspeicheldrüse eine entsprechende Menge Insulin, welches den Zucker aufnimmt und umwandelt, bzw. weiterverarbeitet. Bei Diabetes bleibt diese Produktion der Bauchspeicheldrüse aus, sodass der Zucker vom Körper nicht verarbeitet werden kann. Um einen Anfall zu verhindern, müssen Betroffene regelmäßig Ihre Blutwerte bzw. den Blutzuckerspiegel kontrollieren.

Generell wird Diabetes in zwei Kategorien aufgeteilt. In den Typ 1 und den Typ 2. Dies aus dem Grund, weil die Ursachen und Auslöser beider Typen völlig unterschiedlich sind.

Typ 2-Diabetes („Altersdiabetes“)

In vielen Fällen ist eine falsche Ernährung und ein ungesunder Lebensstil schuld an der Erkrankung, beispielsweise aufgrund von zu hohem Konsum an Kohlenhydraten und Zucker. Der Typ 2-Diabetes wird oft als "Altersdiabetes" bezeichnet, da er meist erst im Erwachsenenalter beginnt. Allerdings ist es hier immer öfter der Fall, dass auch junge Erwachsene und Teenager an der Zuckerkrankheit leiden.

Folgende Faktoren können zu einem Typ 2-Diabetes führen:

  • Familiäre und erbliche Faktoren / Vererbung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Bluthochdruck
  • Hohe Blutfettwerte
  • Ungesunde Ernährungsweise

Typ 1-Diabetes

Natürlich gibt es auch Diabetiker, die nichts für ihre Erkrankung können und an einer Autoimmunfunktion leiden. Auch dies kann die Ursache einer Zuckerkrankheit sein. Bei Typ 1 handelt es sich um einen absoluten Mangel des Insulins und beginnt meist bereist im Kindes- und Jugendalter (juventiler Diabetes). Die Bauchspeicheldrüse kann kein Insulin mehr bilden, da die insulinbildenden Zellen vom Immunsystem zerstört wurden.

Wie kann CBD bei Diabetes helfen?

Es keimt nun die Hoffnung auf, dass CBD bei Diabetes unterstützend eingesetzt werden kann. Vor allem was den Typ 1 Diabetes betrifft. Bei diesem Typ ist die Bauchspeicheldrüse entzündet, sodass die Insulinproduktion nur noch eingeschränkt bis gar nicht funktioniert. Diese Entzündung wird auch als Insulitismus bezeichnet. Wie wir bereits wissen, besitzt CBD antientzündliche Eigenschaften, wodurch es möglich wäre, die Entzündung der Bauchspeicheldrüse durch die Einnahme von CBD Produkten einzuschränken. Sobald diese Entzündung rückläufig ist, könnte die Bauchspeicheldrüse wieder mit der Produktion von körpereigenem Insulin beginnen.

Aber auch beim Diabetes Typ 2 wurde festgestellt, dass CBD, aufgrund seiner positiven Eigenschaften auf entzündliche Prozesse im Körper, eine unterstützende Wirkung haben kann. Dieser Typ hat in der Regel etwas mit Störungen der Durchblutung zu tun, ebenso wie mit verschiedenen entzündlichen Herden im Adersystem. Diabetiker dieses Typs haben oftmals sichtbare und schmerzhafte Stellen auf der Haut, meist an Unterschenkeln und Füßen.

Sofern Fettleibigkeit und Übergewicht die Ursache für die Zuckerkrankheit sind, so kann CBD auch hier eine Unterstützung darstellen. Immerhin wirkt sich das CBD positiv auf die Verdauung und den Magen- Darmtrakt aus und ist in der Lage, den Stoffwechsel anzukurbeln, bzw. ihn zu beeinflussen. Wer also abnehmen sollte, der kann CBD Öl auch hier begleitend anwenden und ganz nebenbei Heißhungerattacken entgegenwirken.

Fettleibigkeit und Übergewicht die Ursache für die Zuckerkrankheit

CBD verhindert zudem das Absterben von Zellen, was schlussendlich dafür verantwortlich ist, dass sich andere Zellen entzünden. Es ist also schon erstaunlich, auf wie vielen Ebenen Cannabidiol bei Diabeteserkrankungen unterstützen kann.

Mögliche Vorteile von CBD für Menschen mit Diabetes sind [1]:

  • die Blutzuckerstabilisierung
  • neuroprotektive Effekte
  • positive Auswirkung auf den Verdauungstrakt
  • Beitrag zu einem niedrigeren Blutdruck
  • Entzündungshemmende Wirkung im Hinblick auf arterielle Entzündungen

Sonderformen von Diabetes

Weniger bekannt sind die so genannten Sonderformen der Diabetes, neben Typ 1 und Typ 2. So ist beispielsweise Lada eine Sonderform des Typ 1 Diabetes, tritt erst im Erwachsenenalter auf und führt dazu, dass kein Insulin mehr über die Bauchspeicheldrüse produziert wird. Mody Diabetes ist auf einen genetischen Defekt zurückzuführen, welcher in den Zellen liegt. Diese sind für die Produktion von Insulin verantwortlich und können dies folglich nicht mehr. Diese Sonderform tritt allerdings noch vor dem 25. Lebensjahr auf und ist im Anschluss unwahrscheinlich. Sie betrifft außerdem nur etwa ein Prozent aller Diabetiker. Ist die Bauchspeicheldrüse geschädigt, so handelt es sich um Pankreopriven Diabetes. Ursächlich für diese Sonderform könnten Gallensteine oder Bauchspeicheldrüsenkrebs sein. Als letzte Sonderform kommt der Gestationsdiabetes vor und beschreibt die typischen Schwangerschaftsdiabetes. Diese betrifft rund 4 von 100 Frauen während der Schwangerschaft. Diese Diabetesform geht nach der Geburt aber wieder zurück und hinterlässt auch keinerlei Schäden an der Bauchspeicheldrüse.

Typische Symptome einer Diabeteserkrankung treten erst relativ spät auf, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist. Zu Beginn gibt es kaum oder gar keine Symptome. Später zeigen sich Abgeschlagenheit, ein starker Durst und Heißhunger, Juckreiz, Sehstörungen und häufiges Wasserlassen.

Anwendung von CBD bei Diabetes

Da noch nicht klar bewiesen ist, wie viele Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems in den jeweiligen Regionen des Körpers vorhanden sind, können auch keine eindeutigen Aussagen über die Dosierung und Anwendung gemacht werden. Entscheidend ist außerdem, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und welche Begleitsymptome zutreffen. Jede Erkrankung ist unterschiedlich zu betrachten, weswegen die Menge an Insulin auch ganz individuell an den Menschen angepasst werden muss. Ähnlich kann man dies bei der Verwendung von CBD betrachten.

CBD ist natürlich kein Ersatz für Insulin, sodass man seine tägliche Insulingabe auf keinen Fall unterbrechen und durch CBD ersetzen darf. CBD kann eigenverantwortlich eingenommen werden, sollte aber in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Die Wirkung von CBD kann sehr gut überwacht werden, denn es ist durchaus möglich, dass die Gabe von CBD die Entzündungen im Körper reduziert. Je geringer die Entzündung der Bauchspeicheldrüse, umso mehr körpereigenes Insulin kann wieder produziert werden und umso weniger Insulin muss zusätzlich gespritzt werden.

Zahlreiche Studien haben sich mit der Blutzuckerkrankheit und Cannabidiol bereits auseinandergesetzt. Beispielsweise zeigte eine Studie an Mäusen, dass die CBD-Behandlung die Manifestation der Zuckerkrankheit bei Tieren reduzieren konnten [2] [3]. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2010 brachte Informationen zu Tage, dass CBD bei Menschen ein äußerst hohes Verträglichkeitsprofil und damit verbunden ein starkes Potential besitzt diabetische Folgekomplikationen im Herz-Kreislaufbereich zu reduzieren. Dies ist zurückzuführen auf die Verringerung von oxidativem Stress sowie Entzündungen [4].

Dieser Prozess wäre wünschenswert, allerdings benötigt er viel Zeit. Wer sich CBD Öl kauft, der sollte auf ein reines Öl bester Qualität achten und ein möglichst hochwertiges CBD Öl kaufen. Empfehlenswert sind CBD Öle mit vollem Pflanzenstoffspektrum, einem angenehm milden Geschmack und einem besonders niedrigen THC Wert (<0,03%). Begleitend zur Eigentherapie ist eine Umstellung der Lebensweise eine Voraussetzung. Unterstützen Sie Ihren Körper daher wo es möglich ist, damit das Cannabidiol seine positiven Effekte entfalten kann.

Komplementäre Möglichkeiten aus der orthomolekularen Medizin

Neben einer ausgewogenen Ernährung ist die vermehrte Zufuhr von löslichen und unlöslichen Ballaststoffen bedeutend, da durch die Ballaststoffe (wie in Hanfsamen und Hanfprotein) der zu rasche Anstieg des Blutzuckers reguliert werden kann. Durch den unvollständigen Zuckerstoffwechsel bei Diabetikern entstehen auch vermehrt freie Radikale, deswegen sollten man auch ausreichend Antioxidantien zuführen, um Gefäße und Nervenzellen zu schützen. Dazu tragen übrigens auch hochwertige Pflanzenöle (z.B. Leinöl, Hanfsamenöl) und omega-3-reiches Fischöl mit EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) bei. Weiters haben Diabetiker mit der Säure-Basen Balance zu kämpfen und sind deswegen häufig übersäuert. Die Zufuhr von basischen Mineralstoffen und Lebensmitteln beeinflusst Vitalität und Wohlbefinden nachhaltig positiv. Auch der Bedarf an Magnesium und B-Vitaminen ist bei Diabetikern erhöht. Personen, die an der sogenannten Zuckerkrankheit leiden, sollten deswegen auf die zusätzliche Supplementierung von jenen Mikronährstoffen achten, welche bei Diabetes vermehrt benötigt werden. Durch die ausreichende Versorgung mit Magnesium, B-Vitaminen, Chrom, Vitamin D3 und CoQ10, sowie der zusätzliche Verzehr von hochwertigen CBD Produkten, kann der Blutzuckerspiegel stabilisiert werden und das Wohlbefinden ganzheitlich verbessert werden. Weiter pflanzliche Möglichkeiten neben Cannabidiol-reichem Hanfextrakt, die sich ebenso zur Stabilisierung des Blutzuckers bewährt haben, sind Zimt, Grüner Kaffee und Momordica Charantia (Bittermelone), welche auch als Tee konsumiert werden kann.

Quellen und Studien:

[1] Leinow, Leonard & Birnbaum, Juliana: Heilen mit CBD. Rive, München 2019, 181.
[2] The endocannabinoid system in obesity and type 2 diabetes https://link.springer.com/article/10.1007/s00125-008-1048-2
[3] Cannabidiol lowers incidence of diabetes in non-obese diabetic mice https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/08916930500356674
[4] Cannabidiol Attenuates Cardiac Dysfunction, Oxidative Stress, Fibrosis, and Inflammatory and Cell Death Signaling Pathways in Diabetic Cardiomyopathy http://www.onlinejacc.org/content/56/25/2115.abstract

Katharina Ortner, BSc, MA

Autor

Katharina Ortner, BSc, MA

Katharina Ortner, BSc, MA hat Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie Gesundheitsmanagement studiert und 2011 ihren Master mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Seit her beschäftigt sie sich beruflich wie auch in ihrer Freizeit mit alternativen und komplementären Methoden im Healthcarebereich. Durch das stete...