CBD, der vielseitig nutzbare Pflanzenstoff aus Lebensmittelhanf mischt gerade die Anti-Aging-Welt auf. Denn Premiumprodukte gegen Hautalterung mit Cannabidiol sind der neueste und besonders erfolgsversprechende Trend aus Amerika. CBD ist zwar schon lange für seine hautberuhigenden und regenerativen Eigenschaften bei gereizter Problemhaut bekannt, hat aber auch zellregenerierende, bzw. verjüngende Effekte auf die Haut.

Wie und wozu wird CBD gewonnen?

Bei Cannabidiol (CBD) handelt es sich um einen Pflanzenstoff, der in der Hanfpflanze (Cannabis) vorkommt. Es ist, im Gegensatz zum THC, nicht-psychoaktiv und kann medizinisch sehr vielseitig und vor allem ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden. In der Kosmetik erfreut es sich außerdem einer zunehmenden Beliebtheit, da es zum Erhalt einer straffen, faltenarmen und vitalen Haut beiträgt. Zudem kann CBD sogenannte Inflamm-Aging Prozesse stoppen und ist damit eine effektive Strategie frühzeitiger Hautalterung zu begegnen.

Cannabidiol kann also kosmetisch aber auch topisch (äußerliche) angewendet werden, da es transdermal über die Haut eingesetzt wird [1].

Für die Verwendung in der Kosmetikindustrie wird grundsätzlich biologisch angebauter Industriehanf verwendet. Nach der Gewinnung der Vorstufe des CBDA (Cannabidiolsäure), wird diese durch Wärmezufuhr in die wirksame, aktive Form dem CBD umgewandelt. Weiters kann auch besonders reines bzw. hypoallergenes Cannabidiol eingesetzt werden, welches synthetisch hergestellt wird. Diese Reinsubstanz ist besonders effektiv. Als Trägersubstanz für CBD kommen neben Hanfsamen Öl gerne andere pflanzliche Öle zum Einsatz. Vor allem ersteres ergänzt sich in seiner Wirkungsweise ideal mit dem CBD.

Je nachdem, mit welchen weiteren pflanzlichen Inhaltsstoffen CBD kombiniert wird, kann es unterschiedlich wirken. Gute Kombinationen sind CBD plus Traubenextrakte, Meeressalat, Bockshornsamen, Heckenrose, Aloe Vera, Ringelblume, Rosmarin, Süßholzwurzelextrakte, Lavendel, Bisabolol oder auch mit Dexpanthenol, Vitamin E und Hyaluronsäure. Je nach Indikation und gewünschter Wirkungsweise eignen sich verschiedene Produkte, wobei der Inhaltsstoffkomplex und der Gehalt an aktiven Cannabidiol entscheidend ist.

Wie wirkt CBD?

Das Öl der Hanfsamen enthält reichlich essenzielle, ungesättigte Fettsäuren. Eine der Fettsäuren, die sogenannte Gamma-Linolensäure, besitzt eine hohe Wasserbindungsfähigkeit, wodurch die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit versorgt wird und Falten geglättet werden. Hanfsamenöl ist auch ein guter Träger für Cannabidiol. Dieses reguliert beim Auftragen auf die Haut über spezifische CBD-Rezeptoren, das hauteigene Endocannabinoidsystem, wodurch die das Hautimmunsystem gestärkt wird, Inflamm-Aging-Prozesse gestoppt und zellerneuernde Effekt angeregt werden. Weiter kann CBD die Talgdrüsenaktivität regulieren und Muskulatur und Nervenbahnen pflegen.

Gleichzeitig stärkt CBD die Schutzfunktion der Haut, wodurch sie widerstandsfähiger gegenüber Bakterien und Toxinen aus der Umwelt wird. Auch wird die Produktion von Hautzellen angekurbelt.

Bei Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Neurodermitis, Schuppenflechte und Akne können - durch die speziellen Eigenschaften des CBD – CBD-Kosmetik-Produkte mit hohem CBD-Gehalt erfolgreich eingesetzt werden. In einer Studie des Journal of Clinical Investigation kamen Forscher beispielsweise zu dem Schluss, dass CBD aufgrund der kombinierten lipostatischen, antiproliferativen und entzündungshemmenden Wirkung ein vielversprechendes therapeutisches Mittel zur Behandlung von Akne vulgaris sein kann [2]. Ebenso hebt eine weitere Studie den Zusammenhang von Schuppenflechte und Neurodermitis sowie die entzündungshemmenden Eigenschaften vom Cannabidiol hervor [3].

Letztlich trägt auch die antioxidative Wirkung des CBD zur Hautgesundheit sowie einer Verzögerung der Hautalterung und damit als effektive Anti-Aging-Maßnahme bei.

Wann wird CBD angewendet?

Aufgrund seiner hautstraffenden, zellverjüngenden Eigenschaften ist CBD als wirkungsvolles Anti-Aging-Mittel immer mehr im Kommen. Auch trockene, sensible, unreine oder krankheitsbedingt veränderte Haut profitiert von seinen Eigenschaften bei der externen Anwendung in Form von Salben, Seren, Gelen, Cremen, Ölen und Lotionen.

Aufgrund seiner ausgezeichneten Verträglichkeit und günstigen pH-Werts ist der Stoff für alle Hauttypen geeignet.

Wegen dieser gesundheitsfördernden, symptomlindernden Eigenschaften ist CBD auch per oraler Einnahme ein Bestandteil der Orthomolekularen Medizin (OM). Diese bezeichnet eine Form der Krankheitstherapie, bei der dem Körper je nach Beschwerden bestimmte, nicht-körperfremde Mikronährstoffe (Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Fettsäuren, Aminosäuren und so weiter) gezielt zugeführt werden.

Naturkosmetik und Biokosmetik: Welche Vorschriften gibt es?

Weder der Begriff "Naturkosmetik" noch die Bezeichnung "Biokosmetik" ist rechtlich geschützt, was zahlreiche für den Verbraucher irreführende Deklarierungen zur Folge hat.

Wer sich über Naturkosmetika informieren möchte, gerät schnell in einen Dschungel verschiedener Betitelungen.

Grundsätzlich gilt für Naturkosmetika, dass diese unter Schonung der Umweltressourcen produziert werden. Dies umfassen die Rohstofferzeugung, den gesamten Herstellungsprozess, die Verpackung und letztendlich auch der Abbau des Produktes.

Mikroplastikteilchen (Polyethylen) und Filmbildner (z.B. EDTA, Silikone) sind demzufolge ebenso wenig hinnehmbar wie ein unnötig hoher Wasserverbrauch.

Für genauere Definitionen und weitere Kriterien wurden verschiedene Qualitätssiegel entworfen. Eines kann jedoch festgehalten werden „Biokosmetik“ stellt die höchste Qualitätsstufe der Naturkosmetik dar.

Was steckt tatsächlich im einzelnen Produkt?

Mit Gütesiegeln den Durchblick bewahren

Als Wegweiser, um inmitten der Bäume den Wald wieder zu sehen, wurden verschiedene Qualitätssiegel entwickelt. Firmen, die Wert auf Transparenz legen und sich zu einer freiwilligen Selbstkontrolle entschließen, drucken die entsprechenden Siegel deutlich sichtbar auf die Verpackungen ihrer Produkte. Auf diese Weise erkennt der Käufer die relevanten Eigenschaften des Kosmetikums auf den ersten Blick.

Ein solches Siegel berücksichtigt insbesondere folgende Merkmale des Produktes:

  • Den Gehalt pflanzlicher, tierischer und mineralischer Rohstoffe
  • Den Gehalt und die Eigenschaften sonstiger Substanzen (z.B. synthetischer Chemikalien)
  • Den Gehalt ökologisch angebauter Inhaltsstoffe, Bioqualität
  • Die Herstellungsverfahren
  • Die Form der Konservierung
  • Die Durchführung von Tierversuchen

Darüber hinaus muss, je nach Label, ein bestimmter Mindestprozentsatz aller weiteren Produkte derselben Pflegeserie oder derselben Firma dieselben Kriterien erfüllen.

Zu den bekanntesten Siegeln für Naturkosmetik gehören das Siegel des BDIH (Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel) sowie das von Naturkosmetikherstellen entwickelte NATRUE-Siegel.

Weitere Herausgeber von Qualitätssiegeln sind zum Beispiel Ecogea, Ecocert, Demeter, ICEA und Soil Association.

Vorsicht geboten ist bei "Selbst-Zertifizierungen" durch den Produkthersteller. Die Kriterien können sich hier erheblich von denen unabhängiger Zertifizierungsstellen unterscheiden. Daher sollte der Verbraucher die bekanntesten seriösen Labels kennen und erkennen.

Qualitätsstufen Naturkosmetik am Beispiel Ecogea [4]

Qualitätsstufen Naturkosmetik am Beispiel Ecogea

Übersicht über die verschiedenen Qualitätsstufen.

CBD VITAL Kosmetikprodukte sind beispielsweise mit der höchsten Stufe „Organic – Bio- Naturkosmetik“ zertifiziert!

"Natürlich", "naturnah", "naturidentisch": Die feinen Unterschiede

Die Inhaltsstoffe von Natur- und Biokosmetika werden in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Natürliche Substanzen: Sie stammen unmittelbar aus der Natur. Die Gewinnung erfolgt ausschließlich mit physikalischen Verfahren.
  • Naturnahe Substanzen: Sie werden aus der Natur gewonnen, anschließend allerdings durch chemische Prozesse verarbeitet. Dies ist nur akzeptabel, wenn keine natürliche Substanz als Alternative zur Verfügung steht.
  • Naturidentische Substanzen: Sie werden chemisch produziert; das Endprodukt entspricht einer natürlich vorkommenden Substanz. Derlei Inhaltsstoffe werden nur dann toleriert, wenn ihre natürliche Gewinnung nicht (in ausreichendem Maße) möglich ist.

Beliebte Inhaltsstoffe

Als Inhaltsstoffe für Naturkosmetika sind unter anderem pflanzliche Öle sehr verbreitet: Die enthaltenen Fettsäuren pflegen die Haut, verstärken ihre natürliche Schutzbarriere und erhöhen ihre Wasserbindungsfähigkeit. Darüber hinaus enthalten Pflanzenöle wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe.

Weitere Substanzen sind beispielsweise Blütenwasser, Pflanzenextrakte, Aloe Vera-Gel, ätherische Öle und Wachse aber auch biofermentierte Hyaluronsäure.

Naturkosmetik: Die verschiedenen Abstufungen

Natürliche Kosmetik / Naturkosmetik

"Naturkosmetik"-Siegel wie das BDIH- und das NATRUE-Siegel sowie das Label Natural von Ecogea setzen voraus, dass das entsprechende Produkt frei von synthetischen UV-Filtern sowie Farb- und Duftstoffen, hormonell wirksamen Substanzen, Konservierungsmitteln, Silikonen, Tensiden, Emulgatoren, Paraffinen, Parabenen, PEG, Inhaltsstoffen auf Erdölbasis, mineralölbasiertem Mikroplastik sowie Nanomaterialien ist.

Ausnahmen sind einige naturidentische Substanzen, für die (noch) keine natürliche Alternative gefunden wurde. Hierzu gehören unter anderem Benzoesäure, Sorbinsäure, Lecithin, Tocopherol und Salicylsäure. Derartige Inhaltsstoffe müssen deutlich sichtbar auf der Packung angegeben werden.

Das Produkt muss einen Mindestanteil natürlicher Inhaltsstoffe aufweisen, meist zwischen 15% und 30%, für das Ecogea-Siegel sogar 75%. Diese dürfen allenfalls mittels physikalischer, mikrobiologischer oder enzymatischer Methoden verarbeitet worden sein. Bei Mineralien sowie Inhaltsstoffen mineralischen Ursprungs sind einfache chemische Reaktionen zur Verarbeitung gestattet.

Die chemischen Prozesse müssen dabei gemäß der “Green Chemistry” erfolgen: Das heißt, die entstehenden Produkte müssen biologisch abbaubar und dürfen nicht umweltbelastend sein.

Für naturnahe Inhaltsstoffe gibt es Maximalgrenzen.

Neben pflanzlichen dürfen auch mineralische und tierische Substanzen verwendet werden; häufige Beispiele für letztere sind Bienenwachs und Lanolin.

Die Inhaltsstoffe von Naturkosmetika entstammen nicht zwangsläufig ökologischer Landwirtschaft. Je nach Siegel gibt es aber auch in diesem Punkt gewisse Vorschriften: So setzt der BDIH / COSMOS-Standard bei bestimmten pflanzlichen Inhaltsstoffen einen biologischen Anbau voraus.

Tierversuche sind verboten: Weder die einzelnen Inhaltsstoffe noch das Endprodukt dürfen für eine NATRUE-, BDIH- oder Ecogea-Zertifizierung an Tieren getestet worden sein. Dies gilt auch für Tierversuche im Ausland sowie für Versuche, die seit einem bestimmten (von der Label-Firma festgelegten) Stichtag in der Vergangenheit erfolgt sind. Das Verbot bezüglich eventueller Tierversuche außerhalb Deutschlands sowie die Stichtag-Regelung übersteigen die gesetzlichen Vorgaben.

Bei der Herstellung dürfen grundsätzlich weder Gentechnik noch ionisierende Strahlen angewandt werden.

Naturkosmetik mit Bioanteil

Diese Kategorie von Kosmetika muss einen bestimmten Mindestgehalt an Inhaltsstoffen in Bio-Qualität enthalten. Mit dem entsprechenden NATRUE-Label können Produkte zertifiziert werden, deren natürliche und naturnahe Inhaltsstoffe (pflanzlichen oder tierischen Ursprungs) zu mindestens 70% aus ökologischem Anbau oder Wildsammlung stammen. Das Ecogea-Label Natural Organic verlangt, abhängig von der Produktkategorie, 2,5-25% und darüber hinaus einen Anteil natürlicher Substanzen von mindestens 85%.

Biokosmetik

Für die Labels von NATRUE, COSMOS, Ecogea und andere gilt für diese Stufe der Kosmetik folgendes:

Um als "Biokosmetika" zertifiziert zu werden, müssen Produkte die Anforderungen der Naturkosmetika zuzüglich weiterer Kriterien erfüllen.

Dazu gehört ihr Gehalt an Substanzen aus ökologischer Erzeugung. Wie hoch ihr Anteil sein muss, variiert je nach Siegel stark. Zertifizierungen nach NATRUE und BDIH / Cosmos-Standard setzen zum Beispiel voraus, dass mindestens 95% der natürlichen oder naturnahen Inhaltsstoffe entweder direkt aus der Natur bezogen oder biologisch angebaut werden; für das Label Organic von Ecogea sind, je nach Produktkategorie, 10-100% sowie ein Anteil natürlicher Stoffe von mindestens 95% notwendig.

Auf die Gesamtheit aller Inhaltsstoffe bezogen, müssen mindestens 20% aus ökologischem Anbau stammen. Wasser und Mineralien sowie Inhaltsstoffe mineralischen Ursprungs werden nicht zum biologischen Anteil gezählt.

Ausnahmen bezüglich der 20-Prozent-Regel sind Produkte, die überwiegend aus Mineralien bestehen.

Bestimmte Substanzen müssen ausnahmslos immer Bio-Qualität haben.

Video: CBD Biokosmetik

"Naturnahe" Kosmetik?

Was zum Verwechseln ähnlich klingt, weist tatsächlich gravierende Unterschiede auf: "Naturnahe" Kosmetikprodukte beinhalten zwar natürliche Substanzen, können aber außerdem eine Reihe chemisch-synthetischer Stoffe beinhalten, die eine Auszeichnung mit "Naturkosmetik"-Siegeln ausschließen. Es gibt keine Minimalvorschriften für den Anteil pflanzlicher oder natürlicher Inhaltsstoffe.

Pflanzenkosmetik?

Diese Produkte beinhalten pflanzliche Substanzen wie zum Beispiel Extrakte und Öle. Wie hoch jedoch deren Anteil ist und welche anderweitigen Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen, ist nicht vorgeschrieben.

Vegane Kosmetik?

Vegane Kosmetika enthalten ausnahmslos keinerlei tierische Produkte.

Weder die Inhaltsstoffe noch das Endprodukt dürfen an Tieren getestet worden sein (ist allerdings bei zertifizierter Biokosmetik Standard) oder aus tierischer Quelle stammen, daher muss z.B. auf Bienenwachs verzichtet werden. Die Inhaltsstoffe müssen allerdings weder natürlich sein noch Bio-Qualität besitzen.

Quellenangaben:

[1] Leinow, Leonard & Birnbaum, Juliana: Heilen mit CBD. Rive, München 2019, 100.

[2] Attila Olàh (2014) Cannabidiol exerts sebostatic and antiinflammatory effects on human sebocytes. Download vom 06.02.2020 [Quelle]

[3] Mounessa Jessica (2017) The role of cannabinoids in dermatology. Download 06.02.2020 [Quelle]

[4] LEVELS OF CERTIFICATION, ECOGEA – Institute for Quality and Innovation of Natural and Organic Products. Download vom 06.02.2020 [Quelle]

Katharina Ortner, BSc, MA

Autor

Katharina Ortner, BSc, MA

Katharina Ortner, BSc, MA hat Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie Gesundheitsmanagement studiert und 2011 ihren Master mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Seit her beschäftigt sie sich beruflich wie auch in ihrer Freizeit mit alternativen und komplementären Methoden im Healthcarebereich. Durch das stete...