Die Behandlung von Epilepsie mit CBD wird heiß diskutiert, mitunter natürlich auch im Zusammenhang mit Cannabis. Doch wie ist der aktuelle Wissensstand in der Forschung, was Epilepsie angeht und ist es tatsächlich denkbar, die Anfälle mit Cannabidiol zu behandeln?

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine neurologische Krankheit. Diese geht einher mit diversen Anfällen, welche immer wieder auftreten. Geschätzt wird, dass in etwa 50 Millionen Menschen weltweit betroffen sind.

Während einem Anfall kommt es zu Zuckungen und Krämpfen, die sich währenddessen auf den kompletten Körper ausbreiten können. Die Anfälle selbst werden dabei nicht provoziert, sondern treten willkürlich auf, sodass man kaum geeignete Maßnahmen nennen kann, welche die Anfälle verhindern würden. Zudem ist etwa ein Drittel der Epilepsie-Patienten ist resistent gegen Medikationen und alle Anfälle können trotz Medikamenten nicht gestoppt werden.

CBD könnte die Anfälle von Epilepsie reduzieren

Einige Studien setzten sich bereits mit der Thematik CBD und Epilepsie auseinander und interessante Ergebnisse hervorgebracht. Aufgrund der positiven Studien befindet sich sogar ein spezielles CBD-Medikament in der Zulassung. Positiv dabei ist die äußerst niedrige Nebenwirkungsrate.

In den sehr erfolgreichen Studien mit Cannabidiol zum Dravet-Syndrom bei Kindern wurden pro Tag 2 bis 16 mg CBD pro kg Körpergewicht, und damit sehr hohe Dosen verwendet. Die Anfallsrate ist dabei auch stark zurückgegangen somit schlussfolgern die Forscher eine Verringerung der Anfallszahl und verbesserte die Lebensqualität.

Auch in einer brasilianischen Meta-Analyse wurden mehrere Beobachtungstudien unter die Lupe genommen und kam zum Ergebnis, dass Zwei Drittel der Patienten über eine Verbesserung in Bezug auf die Häufigkeit der Anfälle berichteten, was eventuell auf die synergistischen Effekte von CBD mit anderen Phytocannabinoiden zurückzuführen (Entourage-Effekt) sein kann.

Cannabidiol besitzt nämlich vermutlich antikonvulsive Eigenschaften, was eine Rolle dabei spielt, wie häufig die Anfälle auftreten und wie intensiv sie sich äußern. Diese Erkenntnis könnte zukünftig den Patienten helfen und deren Alltag erleichtern.

Generell lassen sich jedoch noch weitere Zusammenhänge ausmachen, wenn es um Epilepsie und CBD geht:

CBD ist natürlich

CBD ist ein Naturprodukt, wobei die Cannabispflanze zu den ältesten Heilpflanzen unserer Erde gehört. Somit sind auch die Cannabinoide aus der Pflanze natürlichen Ursprungs und damit frei von Nebenwirkungen. Epileptiker könnten das Mittel selbstständig im Alltag einsetzen. So wäre es aufgrund der krampflösenden Eigenschaften denkbar, dass sich die Anfälle minimieren oder diese schneller abschwächen lassen. Diverse, mit der Epilepsie einhergehenden Symptome, könnten ebenfalls mit CBD behandelt werden, sofern man seine korrekte Dosierung für sich findet.

CBD interagiert mit den Rezeptoren im Gehirn

Das Auftreten der Anfälle hängt mit gewissen Vorgängen im Gehirn zusammen. Die körpereigenen Endocannabinoid Rezeptoren befinden sich allerdings ebenfalls im Gehirn und können dort mit dem CBD interagieren. Vor allem wenn eine Person unter neuroglialen Störungen leidet, könnten diese Tatsachen weiterhelfen. Im Gehirn werden eine Vielzahl von Vorgängen gesteuert, etwa der Appetit, die Bewegung, Emotionen oder die Stimmung. Auch das Auslösen eines Anfalles findet hier seinen Ursprung.

Epilepsiepatienten und Nebenwirkungen von CBD

Epileptiker wünschen sich in der Regel nichts mehr, als mehr Lebensqualität durch eine Verringerung der Anfälle zu erreichen. Spezielle Medikamente rufen aber immer wieder Nebenwirkungen auf den Plan. Bei der Einnahme von CBD gibt es in der Regel keine nennenswerten Nebenwirkungen, allerdings könnten gewisse Begleiterscheinungen auftreten. So kann es mitunter zu einer erhöhten Müdigkeit kommen, da CBD sehr entspannend und beruhigend wirkt. Auch ein niedriger Blutdruck wäre möglich, da CBD mitunter blutdrucksenkend wirkt. Ein trockener Mund wäre ebenfalls im Rahmen des Möglichen.

Wie dosiere ich CBD bei Epilepsie?

Die korrekte CBD Dosierung zu finden ist ziemlich wichtig, um mögliche Ergebnisse festmachen zu können. Die Einnahme ist bestenfalls auf dreimal täglich aufzuteilen, begonnen wird normalerweise mit etwa 3-4 Tropfen pro Einnahme. Dabei werden die Tropfen bestenfalls unter die Zunge geben, damit der Wirkstoff von dort direkt in die Schleimhäute einziehen und in den Blutkreislauf gelangen kann. Bei Kapseln kann die Wirkung abweichen, da hier erst die Passagen durch den Magen und Darm passiert werden müssen. Generell zeigte sich, dass CBD Öl schneller eine Wirkung einbrachte, vor allem in akuten Anfällen.

Es gibt eine Reihe von Erfolgsgeschichten und positive Berichte von Patienten, welche ihre Symptome aufgrund der Epilepsie, erfolgreich lindern, oder gar heilen konnten. Viele der Berichte schaffen es gar nicht, oder nur sehr langsam, in die Medien, was äußerst Schade für all diejenigen ist, die selbst unter epileptischen Anfällen leiden. Vielen Menschen dürfte es jedoch bereits jetzt Hoffnung machen oder zumindest den Mut dazu, eine eigenverantwortliche Therapie mit CBD Öl zu wagen.

Mikronährstoffe als weitere Komponente

Durch die Einnahme von Antiepileptika kann es zu vielfältigen Störungen der Mikronährstoffversorgung kommen. Magnesium spielt beispielsweise eine wesentliche Rolle für die Verbindung zwischen den Nerven. Ein Magnesiummangel kann unter anderem mit Krampfanfällen verbunden werden. Fast die Hälfte der Menschen mit einer Epilepsie-Erkrankung weisen auch einen Vitamin D-Mangel auf und haben ein höheres Risiko als die restliche Gesellschaft. Daher sollte hier ebenso auf eine Supplementierung mit Vitamin D geachtet werden. Weiters gilt es besonders auf die entsprechende Zufuhr von Vitamin B1 und Vitamin B6 zu achten. Das Spurenelement Mangan ist für die Funktion des zentralen Nervensystems bedeutend und deswegen ebenso ein wichtiger Baustein in der orthomolekularen Betreuung. Häufige werden bei Epileptikern auch niedrige Vitamin E-Blutspiegel beobachtet. Generell empfiehlt sich zudem für Menschen, die an Epilepsie erkrankt sind, ihren Mikronährstoffstatus regelmäßig untersuchen zu lassen.

Quellen:

Aerzteblatt.de Epilepsie: Cannabidiol beugt Anfällen beim Dravet-Syndrom vor

PubMed.gov Potential Clinical Benefits of CBD-Rich Cannabis

PubMed.gov A prospective open-label trial